Universalrad

Das Universalrad ist ein kompaktes Lastenrad mit stabilem, großzügigem Gepäckträger für die alltägliche Nutzung mit und ohne Transportgut auf kurzen bis mittleren Strecken.

Denn für die meisten Fahrten und Transporte braucht es kein großes Lastenrad. Andererseits stößt die Transportkapazität normaler Fahrräder im Alltag häufig an ihre Grenzen. Das Universalrad ist hier eine gute Lösung in der Mitte. Es hat z.B. die Möglichkeit eine Euro-Normkiste mit 600×400 mm Grundfläche auf dem Gepäckträger zu tragen, was eine unkomplizierte Mitnahme von Transportgut gewährleistet – deutlich einfacher als (zusätzlich anbringbare) Satteltaschen. Müssen doch einmal größere Lasten transportiert werden, ist ein großer Fahrradanhänger, wie der CarlaCargo-Anhänger, die richtige Wahl.

Es hat einen einfachen Rahmenaufbau mit Y-Rahmen, der einen „One-Size-Rahmen“ ermöglicht mit einem weiten Verstellbereich (besser „one-size-fits-most frame“ genannt). Dass dabei ein „One-Size-Rahmen“ für viele kleine bzw. große Menschen aus ergonomischer Sicht zwangsläufig ein fauler Kompromis darstellt, ist auf kurzen bis Mittleren Strecken unproblematisch. Der Vorteil der Flexibilität in der Nutzung durch verschiedene Personen überwiegt. Trotz relativ tiefem Durchstieg weist der Y-Rahmen eine hohe Stabilität auf. Das Universalrad hat einen etwas verlängertem Radstand, um dem Gepäckträger mehr Ladekapazität zu verleihen. Es steht zwischen Longtail-Lastenrad und Post- oder Bäckerrad, allerdings leichter und ohne Frontgepäckträger als Letztere.

Die Variante mit 20″-Hinterrad hat gegenüber der 26″-Variante den Vorteil einer geringeren Belastung der Schaltnabe bzw. kleineren zur Verfügung stehenden Entfaltungen (Gängen), was bei täglicher Nutzung und hohen Nutzlasten besonders vorteilhaft ist. Zudem kann ein von der Wicklung auf 26 oder 28″-Laufräder ausgelegter Nabenmotor in das 20″-Hinterrad eingespeicht werden, was zwar die Höchstgeschwindigkeit vermindert, aber die Bergtauglichkeit erhöht.

Es ist einfach aufgebaut, mit soliden Komponenten ausgerüstet und gegebenenfalls motorisiert (Pedelec):

  • Nabenmotor (Front- oder Heck)
  • Hydraulik-Felgenbremsen
  • (3-Gang-) Nabenschaltung (unmotorisiert bzw. bei Frontmotor)
  • Ballonreifen auf breiten Felgen, keine Federung
  • 26″ – 26″ bzw. 20″ (HR)
  • stabiler Zweibeinständer

Eine relativ einfache Umsetzung des Rahmens in Bezug auf die Fertigung wird durch den Einsatz von unlegierten Rechteckstahlrohren möglich. Eine qualitative hochwertige und präzise Fertigung ist damit ohne spezielle Rahmenlehren möglich. Ein Schweißtisch bzw. eine ebene Arbeitsfläche ist ausreichend. Auch wenn der Rahmen dadurch vielleicht 100 % schwerer werden würde, wäre das Mehrgewicht absolut vernachlässigbar, insbesondere bei einem Lastenrad. Zur Verdeutlichung: bei nur 100 kg Gesamtmasse würden 5 kg zusätzlich das Fahrzeug am Berg um < 5 % verlangsamen – was unterhalb der Genauigkeit der meisten real gemessenen Werte mit Tachos liegen dürfte. Dafür ist der Rahmen stabil, einfach zu fertigen, gutmütig von den Materialeigenschaften, langlebig und mit klarer, einfacher Form.

Der erste Entwurf ist noch auf meine eigenen Körperproportionen abgestimmt. Die Sitzposition ist dabei relativ gestreckt (rechter Winkel zwischen Arme und Rumpf) und mit deutlicher Lenkerüberhöhung für gute Sattelführung und relativ aufrechte Haltung. Beides zusammen ermöglicht einen weiten Nutzbereich für Menschen unterschiedlicher Größe ohne zu große ergonomische Abstriche eingehen zu müssen. Gegebenenfalls reichen zwei bis drei Standardrahmengrößen aus. Nichtsdestotrotz kann der Rahmen auf Grund seiner Einfachheit relativ schnell auf individuelle Maße und Proportionen ausgelegt und gebaut werden. Im zweiten Bild sind die „Konstruktionslinien“ (rot) eingezeichnet mit denen sich der Rahmen anhand der individuellen Maße (grün) in Größe und Proportion verändert. Maß 1 = Sitzhöhe, Maß 2 = Sitzlänge, Maß 3 = Lenkerüberhöhung. Mehr zu Fahrrad-Ergonomie gibt es z.B. bei Patria.

Universalrad_Skizzen_20171024.pdf

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