Dengelwerkzeug

Dengelwerkzeuge

Sensenwerkstatt (Stand April 2026)

A) Dengelambossfassungen

Um Dengelambosse mit einem Steinsockel zu kombinieren muss ein Loch mit ca. 40-50 mm gebohrt/ ausgestemmt werden, um darin das Hartholzklötzchen als Bindeglied zwischen Amboss und Stein zu lagern – eher aufwändig ohne Steinmetzausrüstung!

Eine vorgelagerte Fassung aus Quadratrohr mit zwei Laschen zum Andübeln macht dies deutlich einfacher. Zudem ist der Phasenübergang zwischen den Werkstoffen kraftschlüssig (glatte Sägekante vom Holz auf ebener Auflagefläche vom Stein), und damit sind Vibrations- und Dämpfungsverluste gering.

 


Dengelambossfassung20241212.pdf


 

B) Dengelsockelsysteme mit Bohrkernen

Dengelsockelsysteme aus Stein, Sandeimer, Ambossfassung und Dengelamboss nach Roland Reminder (verändert) https://www.sensenwerkstatt-reminder.de/

Beim Schmieden sollte die Proportion zwischen Amboss- und Hammerkopfgewicht mindestens bei 30:1 (50:1) liegen (mündliche Mitteilung eines unbekannten Schmieds via Meinhard Spaunhorst vom Sensenverein Deutschland). Dann bietet die Ambossmasse dem Schlagimpuls des Hammers genug „Beharrungsvermögen“, sodass sich der Amboss nicht herum bewegt/ nicht scheppert oder prellt. Die Schlagenergie kann vor allem der Materialumformung dienen. Bei einem Hammerkopfgewicht von 500 g wären das beim Dengeln mindestens 15 kg bis 25kg für das System aus Amboss + Fassung + Sockel.

Neben der Masse spielt natürlich auch die Struktur des Materials und dessen Eigenschaften eine Rolle für die Eignung als Sockel für das Dengeln! So ist eine möglichst steife Struktur förderlich, die zudem nicht anfällig für Materialschwingungen ist, die die Schlagenerge durch Dämpfung aufnimmt. Z.B. würde Nadelholz durch seine „weiche“ Faserstruktur viel der Schlagenergie abdämpfen.

Steinerne Dengelsockel eignen sich besonders. Eine praxistaugliche Bauweise kommt von Roland Reminder via Bohrkernen aus Beton. Diese fallen tonnenweise auf Baustellen an – spezielle, spezialisierte Firmen sind vielfach zu finden.

Aufbau:
1) Dengelamboss/ -hörnchen/ Schlagdengler: verschiedene Längen!
2) Ambossfassung: siehe oben; Aufbauhöhe mit Amboss ca. 130 bis 230 mm; (alternativ: Holzfassung direkt im Stein – anspruchsvoll/ Spezialbohrer nötig)
3) Beton-Bohrkern: Dichte ca. 2,4 kg/dm³; D = ca. 20 cm (Baueimer haben meist gut 20 cm Bodendurchmesser) ==> Höhe ca. 25 bis 30 cm bei Massen um 20 kg
4) Baueimer mit Sandeinlage: Einstellen der richtigen Höhe ==> Ablage des Sensenblattes auf den Oberschenkeln! + Ausrichtung des Amboss!

weiterer Vorteil: „Zerlegbarkeit“ = tragbare Massen als einzelne Bauteile, und dennoch genug Masse als System!
Nachteil: Der Ambosssockel kann durch die Hammerschläge mit der Zeit im Sand verrutschen ==> neues Ausrichten nötig; ggf. Split als Fundierung

C) gewichtsoptimierte Dengelstöcke aus Quadratrohr

Da aber Felddengeleisen, fundiert im bloßen Erdboden, subjektiv sehr gut „ziehen“, kann mit einer guten Fundierung mit dem Untergrund ggf. etwas kompensiert werden. Dann reicht ein schmaler Sockel aus Quadratrohr (40x40x5 mm) vielleicht aus… so die Überlegung. Der Übergang zum Boden ist hier per federndem Brettchen eher unglücklich umgesetzt. Ein systematischer Test steht auch noch aus…

D) Dengelstöcke aus Metallresten

Aus vorhandenen Resten wurden verschiedene Dengelstöcke zu Testzwecken gebaut, mit üblicher Fassung des Dengelambosses in Holz bzw. direkt in den Stahlsockel. Die Frage ist hier, welches System aus Sockel (Material, Masse, Steifigkeit), Fassung (Holz, direkt in Stahl, Zinn, ?) und Dengelamboss, möglichst unabhängig vom Untergrund, am effektivsten die Schlagenergie in Verformung des Dangels umsetzt, also wo am wenigsten Energie abgedämpft wird, mit geringstem Energie-/ Krafteinsatz gedengelt werden kann. Stahl- und Stein-Sockel scheinen hier effizienter als Holzsockel zu sein. Allerdings ist es nicht leicht objektive Einschätzungen zu erhalten. Ein einfaches Messverfahren soll hier Klarheit bringen.

E) Sonstige Dengelwerkzeuge

F) mobiler, zweiseitiger Dengelhocker mit Tiefen- und Höhenführung:

  • einfacher Aufbau aus verschraubtem Kantholz und Sitzbrettern (M8er Schrauben)
  • relativ leicht und mobil
    (leicht-)gewichtiger NACHTEIL: zu wenig Trägheit und ruhende Masse, wie massiver Dengelstock aus Stammabschnitt oder gar Steinblock; Schlagimpuls des Hammers lässt Sockelsystem vibrieren und Schlagenergie abdämpfen (Ziel Proportion Hammermasse/ Amboss(Sockel)masse 30 – 50!
  • Platz für zwei Dengelambosse, z.B. Dengelamboss mit Pinne und Schlagdengler
  • verstellbare Anschlags-/ Auflagebleche aus Aluminium für die Tiefen- und Höhenführung (links oder rechts montierbar)

Anmerkung zu Führungshilfen:
Ich nutze sie mittlerweile fast gar nicht mehr! Mit steigender Geschicklichkeit und Dengelerfahrung werden die Führungshilfen zusehends umständlich und hinderlich.